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Reptilienmagazin
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Chamäleons – die komplizierten Haustiere

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Der Trend zu exotischen Haustieren hält an und wenn es ein besonders schillerndes Reptil sein soll, dann fällt die Wahl immer öfter auf Chamäleons. Die kleinen Tiere sind faszinierend, denn sie können ihre Farbe wechseln, eine Fähigkeit, die zur Tarnung ebenso genutzt wird wie zur Kommunikation der Reptilien untereinander. Ihre Heimat ist Afrika, die Insel Madagaskar, der Süden von Spanien und auch in Indien ist das Chamäleon zu Hause. Wenn es in einem privaten Terrarium gehalten wird, dann müssen die Bedingungen der Herkunftsländer erfüllt werden, damit das Tier sich wohlfühlen kann. Aber das ist nicht ganz so einfach.

Alles andere als pflegeleicht

Für alle, die noch keine Erfahrung mit der Haltung von exotischen Reptilien haben, ist das Chamäleon als „Einsteigermodell“ nicht sonderlich gut geeignet. Leider werden Chamäleons auf dem Markt sehr preiswert angeboten und denjenigen, die sich für die Tiere interessieren, wird suggeriert, dass sich der Aufwand bei der Haltung in Grenzen hält, was aber nicht der Fall ist. Zoologen sind der Meinung, dass Chamäleons in Gefangenschaft grundsätzlich nicht gehalten werden können, denn sie sind sehr sensibel, sie kommen mit Veränderungen nicht gut zurecht und sie sind anfällig für Stress aller Art. Obwohl Chamäleons zur Familie der Reptilien gehören, unterscheiden sie sich dennoch deutlich von anderen Echsenarten.

Probleme mit Futter und Wasser

So trinken die kleinen Tiere nicht aus einem Napf, sie lecken in der Natur den Raureif von den Blättern. Das heißt, wer ein Chamäleon zu Hause hat, der muss das Terrarium mit einer Beregnungsanlage ausstatten, einmal mit dem Pump-Sprayer Wasser versprühen reicht nicht aus. Wenn Chamäleons nicht genug Flüssigkeit bekommen, dann droht eine Dehydrierung, und das Chamäleon kann die Reste seiner Haut nicht mehr mühelos vom Körper abstreifen. Die Tiere trocknen aus, ihr Kreislauf und die Nieren leiden. Auch das Futter stellt schnell ein großes Problem dar, denn in Gefangenschaft werden die Tiere nicht selten überfüttert. Die Halter können nicht richtig einschätzen, was und wie viel Futter ihr Chamäleon braucht. Ein ausgewachsenes Tier muss zwei- bis dreimal in der Woche gefüttert werden, zudem muss der Halter darauf achten, dass das Futter abwechslungsreich und lebend ist. Auf der Speisekarte sollten Heuschrecken ebenso zu finden sein, wie Grillen, Fliegen und auch Wachsmaden. Wenn die Insekten tot sind, dann werden sie nicht mehr gefressen.

Chamäleons lieben es warm

Einer der wichtigsten Punkte bei der Haltung der schönen Reptilien ist die richtige Beleuchtung. Ein Chamäleon braucht eine ganz spezielle UV-Beleuchtung, da für die Tiere eine große Menge UV sehr wichtig ist. Das Licht liefert eine lebensnotwendige Vitamin-D3-Synthese und wenn die Beleuchtung nicht stimmt, dann werden die Reptilien krank und bekommen unter anderem weiche Knochen. Auch die richtige Temperatur im Terrarium kann sich schwierig gestalten, denn nachts muss es deutlich kühler sein als am Tag. Tagsüber schätzen die bunten Reptilien eine konstante Temperatur von 30° Grad, in der Nacht dürfen es hingegen nur zwischen 15° und 16° Grad sein. Wenn es nicht gelingt, die Temperatur schnell abzukühlen, dann fehlt den Tieren die Ruhepause, die sie dringend benötigen, in der Folge kommt der Stoffwechsel durcheinander und sie sterben deutlich früher. Diese Balance immer zu gewährleisten, ist sehr schwierig, für Laien ist es praktisch unmöglich.

Im Zoo bewundern

Weil es so kompliziert ist, ein Chamäleon in einem privaten Terrarium zu halten, gibt es nur sehr wenige zuverlässige Informationsquellen, bei denen die Halter sich Rat holen können. Selbst auf speziellen Reptilienmessen und in Internetforen ist die Informationslage mehr aus dürftig und viele Ratschläge, die dort gegeben werden, erweisen sich als falsch. Ein Chamäleon ist schon für 30,- Euro zu haben, aber wer den schönen Tieren einen Gefallen tun möchte, sollte eine Eintrittskarte für den Zoo kaufen und sie dort bewundern.

 

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