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Reptilienmagazin
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So werden Landschildkröten richtig gehalten

landschildkröte

Jedes Haustier braucht sehr viel Zuneigung, Ausdauer und vor allem Geduld, das gilt im Besonderen für Landschildkröten, die von ihren Haltern einen besonders langen Atem verlangen. Landschildkröten gehören zu den Methusalems unter den Tieren, denn sie können bis zu 80 Jahre alt werden. Um sie artgerecht zu halten, muss einiges beachtet werden, denn auch wenn Schildkröten anspruchslos wirken, sie sind genau das Gegenteil. Die Haltung von Schildkröten ist ein kompliziertes Thema und vor allem Neueinsteiger machen häufig Fehler.

Terrarium oder Freigehege?

Auch wenn es die Verkäufer in vielen Zoogeschäften anders sehen, Landschildkröten können nicht in einem Terrarium gehalten werden. Die Tiere brauchen ein Freigehege mit einem Frühbeet, denn es reicht leider nicht aus, die Schildkröte für eine Stunde am Tag in den Garten zu setzen. Schildkröten sind vom Rhythmus der Jahreszeiten abhängig, sie brauchen das Absinken der Temperaturen in der Nacht, und die kühle Luft im Herbst ist als Vorbereitung für die Winterstarre dringend notwendig. Ein Wechsel zwischen Terrarium und Garten bekommt den empfindlichen Tieren nicht, sie brauchen eine konstante Umgebung, in der sie sich auskennen, ein ständiger Wechsel ist für Landschildkröten purer Stress, der sie krank macht.

Landschildkröten brauchen Wärme

Jedes Zoogeschäft lebt nicht nur vom Verkauf der Tiere, sondern auch vom Verkauf des Zubehörs. Eine Landschildkröte ist schon für 100,- Euro zu haben, aber das, was sie für ein gesundes und zufriedenes Leben braucht, kann schnell 1000 Euro und mehr kosten. Wie alle Reptilien brauchen auch Schildkröten unterschiedliche Klimazonen sowie eine gute Grundbeleuchtung, eine UV- und eine Wärmelampe. Heizmatten oder Heizsteine, wie sie oft im Fachhandel empfohlen werden, sind nicht zu empfehlen, denn sie können bei dauerhaftem Gebrauch zu Missbildungen des Panzers führen. In der Natur kommt die Wärme immer von oben und das sollte auch im neuen Zuhause der Fall sein. Vielfach werden Landschildkröten entweder zu warm oder zu kalt gehalten, aber als wechselwarme Tiere, die externe Wärmequellen benötigen, bevorzugen sie eine Stoffwechseltemperatur von 35° Grad. In ihrem Schutzhaus sollte die Schildkröte daher eine gute UV-Lampe haben, die sie wie die Sonne von oben wärmt.

So wichtig ist die Winterstarre

Wie viele andere Tiere, so nehmen sich auch Schildkröten im Winter eine kleine „Auszeit“, nur wird diese „Auszeit“ nicht Winterschlaf, sondern Winterstarre genannt. Sie gehört zum natürlichen Lebensrhythmus vieler Schildkrötenarten und muss auch eingehalten werden, wenn die Tiere im heimischen Garten gehalten werden. Die Winterstarre muss eingehalten werden, ganz gleich, wie alt die Schildkröte ist, denn auch junge Tiere müssen den Winter über ihre Ruhe haben. Während der Winterstarre kommt der Stoffwechsel der Schildkröten vollkommen zum Erliegen, sie verbrauchen dann keinerlei Energie mehr, sie fressen nicht und sie nehmen auch kein Wasser mehr zu sich.

Richtig füttern

Wenn Schildkröten krank werden, dann liegt das meistens an der falschen Ernährung, aber es ist nicht ganz so einfach, das richtige Futter zu finden. Schildkröten lieben Wildkräuter wie Breitwegerich und Gänsekresse, Spitzwegerich und Pimpernelle. Sie sind aber auch für Endiviensalat und Eichblattsalat zu begeistern und die Blätter des Lollo Rosso oder Radicchio schmecken Schildkröten gut. Weniger gut ist es, Schildkröten mit Obst zu füttern oder ihnen Hunde- oder Katzenfutter anzubieten. Auch Küchenabfälle sind keine gute Wahl, denn diese Nahrung kann die Tiere krank machen. Viele Halter machen den Fehler und füttern ihre Schildkröte mit zu weichem und breiigen Futter. In der Folge können die Tiere die Hornscheide an ihrem Kiefer nicht genug abnutzen und es entsteht ein sogenannter Papageienschnabel, der die Schildkröte letztendlich beim Fressen behindert. Um die optimale Versorgung mit Kalzium zu garantieren, sollte den Tieren regelmäßig Sepia schalen angeboten werden, die es im Fachhandel zu kaufen gibt. Vor allem junge Tiere und Weibchen die Eier legen, brauchen viel Kalzium.

 

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