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Vogelmagazin
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Wellensittiche – Alles was Sie wissen sollten

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Wellensittiche sind schöne Vögel mit farbenprächtigem Gefieder. Sie gehören zur Ordnung der Papageien und haben deshalb einen gebogenen, kräftigen Schnabel. Ihre Wildform hat grün-gelbes Gefieder, die vielen Farbschläge, die man heute im Zoohandel vorfindet, sind Züchtungen. Ihr natürlicher Lebensraum ist Australien, dort muss der Wellensittich oft lange Strecken zurücklegen, um zu Wasserquellen zu kommen. Die wilden Vertreter der Wellensittiche sind etwas kleiner als die Tiere, die bei uns als Haustiere verbreitet sind.

Der Wellensittich als Haustier

1840 brachte John Gould die ersten Wellensittiche von Australien nach England. Dort wurden sie anfangs für horrende Summen verkauft, und immer mehr Tiere wurden aus Australien exportiert. Die dortige Regierung fürchtete, dass die australischen Bestände zu stark verringert würden, deshalb beschloss man die Ausfuhr zu verbieten. Das machte jedoch nichts mehr, denn mittlerweile wurden die Tiere auch in Europa gezüchtet. Nach über 100 Jahren Züchtung gibt es nun zahlreiche prächtige Farbschläge, alle entstanden aus der ursprünglich grünen Farbe.

Einzelhaltung oder nicht?

Wellensittiche alleine zu halten ist Tierquälerei und sollte vermieden werden. Sie leben in freier Wildbahn in großen Schwärmen, und auch in der Heimhaltung wollen sie nicht alleine sein. Jeder Wellensittich sollte mindestens einen Artgenossen bekommen. Je mehr Tiere zusammen gehalten werden, desto besser, aber zwei sollten es mindestens sein. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Käfiggröße. Die Vögel müssen auch in Gefangenschaft ihrem Bewegungsdrang nachgehen können, was jedoch nur in einem ausreichend großen und gut ausgestatteten Käfig möglich ist. Steht dieser nicht zur Verfügung, kann es zu Verhaltensstörungen kommen, mitunter verletzen sich die Tiere dann auch selbst.

Können Wellensittiche sprechen?

Wellensittiche können menschliche Laute nachahmen. Sie verstehen freilich den Sinn nicht und können nur nachmachen, was man ihnen oft vormacht. Wellensittiche, die einen Artgenossen als Partner haben, sprechen jedoch nicht, sie sprechen nur dann, wenn sie alleine gehalten werden. Das ist jedoch Tierquälerei und sollte deshalb unterlassen werden. Artgerecht gehaltene Wellensittiche sprechen also nicht.

Verhalten beim Wellensittich

Wellensittiche sind besonders wegen ihrem gutmütigen, munteren Verhalten so beliebt. Sie werden schnell zahm, fliegen dann auch gerne auf die Schulter ihres Halters und lassen sich spazieren tragen. Besonders gegenüber ihrem Partner haben sie ein ausgeprägtes Sozialverhalten.

Das Schnabeln

Wenn sie ihrem Partner ihre Zuneigung zeigen wollen, schnabeln Wellensittiche miteinander. Das ist vergleichbar mit einem Kuss beim Menschen. Das Schnabeln schaut sehr süß aus und lässt sich hervorragend beobachten, und man kann so erkennen, welche Tiere einander mögen und welche eher nicht.

Das Kopfkraulen

Das Kraulen nimmt eine wichtige soziale Rolle im Leben der Wellensittiche ein. Es baut Stress ab, was wiederum zuträglich für die Gesundheit der Wellensittiche ist. Es bindet die Partner aber auch enger aneinander und hat auch reinigende Wirkung. Wenn ein Wellensittich vom anderen gekrault werden möchte, hält er ihm seinen Nacken hin, sodass der andere kraulen kann.

Wellensittiche sind friedliche Tiere

Sie sind sehr ausgeglichen und gutmütig, Kämpfe unter Artgenossen, beispielsweise um eine höhere Rangordnung oder um Futter gibt es fast nie. Der einzige Fall, bei dem auch mal Kämpfe stattfinden können, ist, wenn zwei Wellensittiche dasselbe Männchen umwerben, also wenn zum Beispiel zu einem bestehenden Pärchen ein Weibchen dazugesetzt wird, kann es vorkommen, dass das stärkere Weibchen das schwächere verjagt und unterdrückt.

Schlafen und Ruhezeiten

Wellensittiche suchen sich in der Regel immer denselben Schlafplatz aus, dort ruhen sie sich am Nachmittag, wenn die Hitze am größten ist, aus und in der Nacht schlafen sie dort. Wenn sie ihren Kopf unter den Flügel stecken, bedeutet das, dass sie gerade im Tiefschlaf sind.

Bewegung

Wenn Wellensittiche alleine gehalten werden, bewegen sie sich viel weniger als Tiere, die paarweise oder gruppenweise gehalten werden. In ihrem natürlichen Lebensraum fliegen Wellensittiche täglich weite Strecken. Deswegen sollte man ihnen jeden Tag Freiflug gewähren, damit sie auch in Käfighaltung genug Bewegung haben. Haben Wellensittiche zu wenig Freiflug, halten sie sich im Käfig mit ihren Krallen am Ast fest und schlagen kräftig mit den Flügeln. Beobachtet man dieses Verhalten bei seinen Vögeln, sollte man dringend für mehr Freiflug sorgen.

Körperpflege

Wellensittiche putzen sich am Tag mehrere Stunden, denn ihrem natürlichen Lebensraum müssen sie ständig flugbereit sein, was nur durch sauberes Gefieder gewährleistet wird. Also putzen sie sich gründlich und ausgiebig, dazu benutzen sie ihren Schnabel und ihre Füße. Überall kommen sie so aber nicht hin, deswegen reiben sie sich manchmal auch an Ästen oder ähnlichem.

Ernährung von Wellensittichen

Die Körner – das Grundnahrungsmittel

In fast jedem Supermarkt gibt es fertige Körnermischungen für Ihre Vögel. Diese sind als Grundnahrungsmittel hervorragend geeignet. Wichtig ist, dass man immer darauf achtet, dass der Wellensittich noch genug Körner in seiner Schale hat, denn wenn Wellensittiche ihre Körner fressen, entfernen sie die äußere Schale und lassen sie fallen. Diese Schalen liegen dann oft in der Futterschale und sehen ähnlich aus wie normale Körner. Dann kann leicht der Eindruck entstehen, der Vogel hätte noch genügend zu fressen, dabei sind das nur die Schalen.

Ohne Nahrung überleben Wellensittiche nur kurze Zeit, deshalb sollte man immer darauf achten, dass sie genug zum Fressen haben.

Wasser

Wellensittiche trinken am liebsten einfaches Leitungswasser. Das Wasser sollte man täglich austauschen, denn die Trinkbehälter sind schnell verschmutzt, da schnell Dreck hineingelangt. Dreckiges Wasser ist ungesund für Wellensittiche und kann schwere Krankheiten auslösen.

An heißen Tagen trinken Wellensittiche mehr als an kalten, aber ihr Flüssigkeitsbedarf ist generell relativ niedrig.

Zusätzliches

Damit die Wellensittiche genügend Vitamine bekommen, sollte man ihnen täglich frisches Grünfutter geben. Man kann zusätzlich auch Vitaminpräparate aufs Futter träufeln. Solche Präparate gibt es im Tierfachhandel in vielen verschiedenen Preisklassen und Ausführungen. Nicht immer muss das Teuerste dabei auch das beste Präparat sein.

Krankheiten bei Wellensittichen

Eigentlich sind Wellensittiche sehr robuste Vögel, die nicht oft erkranken. Erkrankt ihr Vogel aber doch einmal, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Das ist meist gar nicht so teuer wie man befürchtet.

Diese Dinge sollte man grundsätzlich bei der Haltung von Wellensittichen beachten:

  • Der Käfig sollte regelmäßig gründlich gereinigt werden
  • Die Wellensittiche sollten regelmäßigen Freiflug bekommen
  • Alleine gehaltene Tiere werden schneller krank. Auch deswegen sollte man Wellensittiche nur paarweise halten
  • Geben Sie Ihren Wellensittichen vitaminreiche Nahrung und variieren Sie diese auch hin und wieder

Beachtet man diese einfachen Regeln, können viele Krankheiten schon von Grund auf vermieden werden. Dennoch können die Vögel auch dann noch erkranken.

Deshalb hier ein paar Merkmale, bei denen die Vögel zum Tierarzt gebracht werden sollten:

  • Der Wellensittich frisst weniger/mehr als üblich und trinkt mehr
  • Der Kot des Vogels ist dünnflüssig
  • Der Vogel ist schläfrig und inaktiv und zieht sich alleine zurück, schottet sich ab
  • Das Gefieder ist matt und aufgeplustert
  • Die Augen sind geschwollen oder entzündet

Beobachtet man derartige Veränderungen an einem Wellensittich, sollte man ihn schnell zum Tierarzt bringen und entsprechend untersuchen lassen.

 

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