Natur-Biotop Malawisee – Felsenlandschaften für Mbunas

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Afrikanische Buntbarsche, die farbenfrohen Cichliden, gehören seit mehreren Jahren zu den Lieblingen der Aquarianer. Die imposanten Fische sind relativ pflegeleicht und eher friedfertig. Sogar die ersten Zuchterfolge lassen in der Regel nicht lange auf sich warten. Die Aufzucht der Fischbrut bei den Maulbrütern entwickelt sich dabei zu einer äußerst unterhaltsamen Show. Doch zunächst stellt sich die Frage – wie ist ein Cichliden-Becken für eine artgerechte Haltung der Buntbarsche einzurichten? Dieser Frage gehen wir in unserem Beitrag nach.

Malawisee und seine Mbunas – „Die in den Felsspalten Lebenden“

Im Ostafrikanischen Grabenbruch gelegen, ist der Malawi- oder Njassasee mit rund 300 Metern nicht allzu tief, dafür aber mit 580 Kilometern extrem in die Länge gezogen. Seine relativ schmale Flachwasserzone sieht entlang der Küstenlinie fast überall ähnlich aus: massive Felsbrocken und Steine, die von einem Riesen übereinander gestapelt zu sein scheinen. Hier, in den Geröllzonen, in den Tiefen zwischen einem und zehn Meter, sind die Mbunas, die ostafrikanischen Malawi-Cichliden zu Hause. Mbuna bedeutet „Die in den Felsspalten lebenden“ und der Name ist Programm: Diese Buntbarsche leben streng Fels-gebunden. Die Steine dienen den Fischen als Versteck vor Fressfeinen, auf der Oberfläche „ihres“ Felsen finden die Mbunas auch ihr Futter. Die Cichliden ernähren sich nämlich vorwiegend vom bakteriellen und pflanzlichen Aufwuchs auf den Felsen. Ein anderes Futter ist in ihrem Habitat kaum zu finden – wenig Beutetiere, keine Pflanzen. Es ist eine karge Landschaft und nichtsdestotrotz eine faszinierende Unterwasserwelt.

Malawibecken einrichten – die Grundausstattung

Beim Einrichten eines Biotopaquarienbeckens versucht der Aquarianer die Bedingungen des natürlichen Habitats möglichst detailgetreu nachzubauen. Vorerst gilt es indes, das Aquarium selbst und die dazugehörige technische Ausstattung auszuwählen. Die Mbunas werden bei artgerechter Ernährung zwischen 8 und 12 Zentimeter groß und müssen in Gruppen ab fünf-sechs Tiere gehalten werden. Das minimale Fassungsvermögen eines Malawi-Beckens beträgt daher 200 Liter, gerechnet nach der Faustregel: 10 Liter pro Fisch plus 100 -150 Liter. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Weiterhin ist ein potenter Filter erforderlich, um das Wasser zu reinigen und in Bewegung zu halten. Ob ein Innen- oder Außenfilter, spielt keine große Rolle, obschon die Innenfilter im Schnitt etwas schwächer sind. Eine Besonderheit des Malawibeckens ist die Beleuchtung. Im Habitat der Mbunas ist das Wasser klar und sauber, jedoch dringt bis zu dem Bodengrundtropical- vergleichsweise wenig Sonnenlicht durch. Das Licht ist in sanfte blaue Töne gefärbt, deswegen wird eine der beiden Leuchtstoffröhrenleisten des Aquariums durch einen LED-Leuchtbalken in passender Größe ersetzt. Die LED-Beleuchtung wird im Nachtmodus betrieben, ergänzt durch eine oder zwei Leuchtstoffröhren, die kaltweißes Licht spenden. Insgesamt hat das Licht bläulich und dezent zu wirken, dass die Fische jedoch gut sichtbar bleiben. Ein Heizstab ist ebenfalls notwendig, denn die Cichliden sind wärmeliebend – die Wassertemperatur soll zwischen 24 und 28 Grad Celsius betragen.

Landschaftsgestaltung im Malawibecken

Das Aquascaping in einem Cichlidenaquarium ist unkompliziert, es sind lediglich zwei Elemente beteiligt: Sand und große Steine ohne spitzen Ecken. Es empfiehlt sich, um die untere Glasscheibe des Beckens zu schonen, eine Styropor oder, noch besser, eine Styrodurunterlage daraufzulegen. Anschließend wird aus den Steinen eine beeindruckende Kulisse aufgebaut. Die Steine dürfen gerne fast bis zur Wasseroberfläche reichen.

Hinweis: Unbedingt auf die Stabilität der Konstruktion achten! Zwischen den Steinen sollen genug Spalten bleiben, um den Mbunas Versteckmöglichkeiten zu bieten. Empfehlenswert ist ein heller Bodengrund, am besten feiner Kies oder auch Sand. Auf dem hellen Untergrund kommen die Farben der Buntbarsche nämlich am besten zur Geltung. Auf die Begrünung des Beckens ist zu verzichten, denn die Cichliden haben die Pflanzen „zum Fressen gern“. Außerdem fehlen in der natürlichen Umgebung der Mbunas die Wasserpflanzen vollständig. Noch eine Anmerkung zum Schluss: Bevor der Besatz einzieht, ist das Aquarium drei-vier Wochen lang einzufahren. Damit sich die Fische wohlfühlen, soll der pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5 betragen, die Karbonathärte (KH) hat bei 7 und die Gesamthärte (GH) bei 5 zu liegen.

 

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